• Heizung: Welche ist die beste?

Heizung: Welche ist die beste?

11.10.2017    

Heizungssanierung - In der Regel kann ab rund 15 bis 25 Jahren die Erneuerung der Heizungsanlage anstehen. Für Eigenheimbesitzer sicher eine der grösseren werterhaltenden Inves­titionen. Hinzu kommen die jährlichen Energiekosten. Wie evaluiert man eine neue Anlage?

Darin ist man sich sicherlich einig: Die beste Heizung ist sparsam, wärmeeffizient, behaglich, sicher und zuverlässig, einfach in der Bedienung sowie umweltschonend. Dennoch ist diese Titelfrage eigentlich «falsch» gestellt: Die einzige beste Heizung für sein Eigenheim mit allen seinen Eigenheiten lässt sich nicht einfach so lapidar festlegen, denn zu viele Rahmenbedingungen, die zu dieser «besten Heizung» führen, bestimmen schliesslich die Antwort. Wohneigentümer suchen denn auch immer wieder diese richtige Antwort, wenn sich – je nach System – so etwa ab 15 bis 25 Jahren Betrieb der bisherigen Anlage eine Erneuerung aufdrängt. Wie aber evaluiert man seine persönlich «beste Heizung»?

Viele grundsätzliche Fragen
Zunächst gilt es zu beurteilen, ob das Haus eine ausreichende bis gute Wärmedämmung aufweist: vom Dachgiebel über die Fassade bis zum Keller und bei den Fenstern, denn die «beste Heizung» wird in ihrer Wirkung massiv beeinträchtigt, wenn die Wärme weitgehend ungehemmt und damit sinnlos an die Aussenwelt verschwendet wird. Dann soll man sich auf jeden Fall fragen, ob wieder der gleiche Energieträger wie bisher – zum Beispiel Stückholz, Öl oder Gas – genutzt werden soll. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Heizungstechnologie enorm weiterentwi­ckelt. Zu den Klassikern der Energieträger haben sich auch Fernwärme, Wärmepumpen mit oder ohne Erdsonde, Holzschnitzel/Pellets und nicht zuletzt Solarenergie zu auch kostenmässig attraktiven Alternativen gemausert. Bei der Nutzung von Solarenergie sind übrigens auch Kombinationen sinnvoll. Zu den Basisdaten, die erhoben werden sollten, gehören sodann: die Grösse des zu beheizenden Gebäudevolumens (allenfalls wurde inzwischen ein Anbau realisiert); die Zahl der Bewohner (möglicherweise sind die Kinder ausgezogen); die Qualität der bereits genannten Wärmedämmung und schliesslich, wie umfassend die Heizanlage saniert werden soll: zum Beispiel auch die Radiatoren oder allenfalls steht sogar neu eine Bodenheizung zur Diskussion.

Bisherige Daten erfassen
Zu diesen Grundsatzfragen zählt auch die Erfassung der bisherigen Verbrauchsdaten von Holz, Öl- oder Gas und Strom. Auch von Bedeutung ist die Lage des Hauses: Liegt es beispielsweise in sinnvoller Distanz zu einer Fernwärme- oder einer Gasleitung, die genutzt werden könnten? Lassen sich durch den Wechsel von Öl auf einen anderen Energieträger die Kosten für die teuren Revisionen des Öltanks senken oder gewinnt man im Haus zusätzlichen Platz, wenn der Tankraum anders genutzt werden kann? Ausserdem soll man sich heute auch Gedanken darüber machen, wieviel «Wert» man der bestmöglichen Schonung der Umwelt beimisst – auch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus.
Schliesslich geht es in diesem Fragen-Antworten-Reigen auch um den zentralen Punkt des persönlich finanzierbaren Budgets, das zur Verfügung steht. Sinnvoll ist zu diesem letzten Punkt auch zumindest die Vorabklärung, ob zum Beispiel die Hausbank kostengünstige Sanierungskredite vergibt und/oder, ob einzelne Massnahmen auch staatlich gefördert werden – etwa durch das «Baselbieter Energiepaket» –, was dann das Budget massgeblich mitbestimmt. Und nicht zuletzt geht es darum, in welcher Zeit man die Investitionskosten amortisieren will bzw. kann und wie hoch man auch die jährlichen Betriebs- und Wartungskosten, die bei jedem Heizsys­tem anfallen, veranschlagen will.

Entscheidend: Jetzt durch Fachleute beraten lassen
Die Fülle der zuvor – ohnehin nicht abschliessend – gestellten Fragen zeigen eines klar auf: Die Bestimmung der «besten Heizung» für sein Eigenheim ist sehr komplex. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ausgewiesene Fachleute aus der Heizungs- und Energiebranche beizuziehen, die auch über Erfahrungen in der Nutzung bzw. Integration erneuerbarer Energien verfügen. Im Baselbiet ist eine Vielzahl von ausgewiesenen Fachfirmen ansässig, die diese Qualifikationen mit sich bringen. Es kann auch nicht schaden, sich bei Verwandten und Bekannten umzuhören, die unter Umständen bereits Heizungssanierungen durchgeführt haben und dabei ihre Erfahrungen mit einer bestimmten neuen Anlage vermitteln und darüber hinaus auch über Erfahrungen mit Lieferanten, Installateuren und Beratern berichten können. Es ist sicherlich sinnvoll, zu einer solchen Beratung zwei, allenfalls sogar drei Fachfirmen zu konsultieren. Diese werden aufgrund der erhobenen Daten des Eigenheimbesitzers, seiner persönlich geäusserten Präferenzen und des Budgets sowie insbesondere nach der Prüfung der örtlichen und baulichen Gegebenheiten die sinnvollsten Möglichkeiten in Varianten aufzeigen und dabei auch auf technisch und finanziell interessante Zusatzalternativen hinweisen. Vor allem aber kennen sie auch die Rahmenbedingungen von allenfalls nutzbaren Beiträgen an das zur Verfügung stehende Budget, die bei Banken über Sanierungskredite und auf der Ebene von Kanton und Bund im Rahmen von Förderbeiträgen in Anspruch genommen werden können.
Die Fachperson weiss auch sehr genau, welches die Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizsysteme sind – nicht nur kurzfristig, zum Beispiel punkto Bau-, Anschluss- und Installationskosten, sondern insbesondere auch langfristig, etwa bezüglich der Energie-, aber auch der Wartungskosten. Es lohnt sich zweifellos, gerade bei diesem Punkt das Fachwissen des kompetenten Beraters umfassend in Anspruch zu nehmen. Diese Beratungsgespräche werden dann sicherlich zu einer oder zwei umfassenden Offerten führen, die auch Kosten von Alternativen ausweisen, so dass der Vergabe-Entscheid auf einer recht objektiven Basis beruht, die ohnehin auch für die Erlangung von Förderbeiträgen notwendig ist. MM.