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Gartengrün trotz Hitze

23.07.2026

Tipps für den Hochsommer Trockenheit setzt Rasen, Beeten und Sträuchern zu. Mit den richtigen Massnahmen lässt sich viel Wasser sparen, ohne dass das Grün vollständig verdorrt.

Wenn die Temperaturen tagelang über 30 Grad steigen und Regen ausbleibt, wie das im Juni der Fall war, geraten viele Gärten unter Stress. Rasenflächen verfärben sich gelb, Stauden lassen die Blätter hängen und selbst robuste Sträucher sind sichtlich gezeichnet von der Hitze und der Trockenheit. Gleichzeitig steigt die Bedeutung, mit dem Wasser sparsam umzugehen. Fachleute sind sich jedoch einig: Es gibt ein paar Massnahmen, die den Wasserverbrauch deutlich senken, ohne dass der Garten gleich komplett vertrocknet.

Ein wichtiger Aspekt ist der Zeitpunkt des Giessens. Wer mitten am Tag zum Gartenschlauch greift, verliert einen erheblichen Teil des Wassers durch Verdunstung und gefährdet zudem die Pflanzen, da das Wasser auf den Blättern wie ein Hitzeverstärker wirkt. Sinnvoller ist die Bewässerung frühmorgens oder in den späten Abendstunden. Dann kann das Wasser tiefer in den Boden eindringen und steht den Pflanzen länger zur Verfügung.

Eine weitere Giessregel lautet: Weniger häufig, dafür ausgiebiger giessen. Denn kurze Wassergaben befeuchten nur die oberste Bodenschicht, weshalb die Wurzeln dann oft nur seitwärts wachsen statt in die Tiefe. Besser ist es, grössere Mengen gezielt auszubringen, damit die Feuchtigkeit auch tiefere Bodenschichten erreicht. Ein besonderes Augenmerk gehört dem Rasen. Was viele nicht wissen: Ein gelb verfärbter Rasen ist nicht automatisch abgestorben. Gräser verfügen über eine natürliche Schutzfunktion und wechseln bei Trockenheit in eine Art Ruhemodus. Sobald wieder ausreichend Regen fällt, erholen sich viele Flächen von selbst. Wer Wasser sparen möchte, kann deshalb auf eine Bewässerung verzichten.

Auch beim Mähen lässt sich Wasser sparen. Bleibt der Rasen nach dem Schnitt etwas höher stehen, beschattet er den Boden besser und reduziert die Verdunstung. Statt vier Zentimeter dürfen es während Hitzewellen sechs bis acht Zentimeter sein. Eine einfache, aber wirkungsvolle Massnahme gerade in Beeten ist das Mulchen. Eine Schicht aus Rasenschnitt, Holzschnitzeln oder anderem organischen Material wie Stroh schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig bleibt die Feuchtigkeit länger erhalten und die Bodenstruktur verbessert sich.

Auch bei Kübelpflanzen ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Das begrenzte Erdvolumen erwärmt sich rasch und trocknet deutlich schneller aus als Gartenbeete. Nicht zuletzt sollten Gartenbesitzer realistisch bleiben. Ein sattgrüner englischer Rasen während einer mehrwöchigen Hitzewelle ist in Mitteleuropa nur mit erheblichem Wässerungsaufwand zu halten. Wer stattdessen auf trockenheitsverträgliche Pflanzen setzt und dem Garten mehr Natürlichkeit erlaubt, spart Wasser und reduziert Pflegeaufwand. Zudem lohnt es sich beim Giessen, junge Bäume, Neupflanzungen und empfindliche Stauden gezielt zu priorisieren. Sie reagieren deutlich empfindlicher auf Trockenstress als etablierte Pflanzen und profitieren am stärksten von einer sparsamen, aber gezielten Bewässerung.