• Ladestationen sind bald Standard

Ladestationen sind bald Standard

14.07.2021

Elektromobilität – Die Zahl der Elektroautos nimmt zu. Damit steigt auch die Anzahl Mieterinnen und Mieter, die Parkplätze mit Ladestationen benötigen. Wohnungen, die das nicht bieten, verlieren an Attraktivität.

Eher über kurz als über lang werden sich Vermieterinnen und Vermieter von Wohnungen folgende Frage stellen: «Wie und wo können meine Wohnungsmieterinnen und Wohnungsmieter ihre Elektroautos aufladen?»
Bereits heute ist jeder siebte neu zugelassene Personenwagen in der Schweiz ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid. Der Aargauer FDPNationalrat Matthias Jauslin, Vorstandsmitglied von Swiss E-Mobility, zeigt sich in der Basler Zeitung überzeugt, dass die Zahl der Elektroautos stark zunehmen wird: «In wenigen Jahren werden Ladestationen zu einer Wohnung gehören wie heute die Waschmaschine oder die Küche.» Wohnungen, deren Parkplätze über keine Auflademöglichkeit verfügen, werden bei Wohnungssuchen unweigerlich an Attraktivität verlieren.
Anders als Benzin- oder Dieselautos, deren Treibstofftanks in wenigen Minuten gefüllt sind, dauert das Laden der Batterie eines Elektroautos ungleich länger. Eine Ladestation auf dem heimischen Parkplatz wird damit fast zur Pflicht.

Die Energieversorger beraten
Das Bedürfnis nach Parkplätzen mit Steckdosen haben auch die Baselbieter Energieversorger ebl in Liestal und primeo-energie in Münchenstein erkannt. Sie bieten Beratungen für Liegenschaftsbesitzer an. «Mit der E-Mobility-Beratung bieten wir Ihnen eine unabhängige und umfassende Beratung rund um die Elektromobilität für Immobilienverwaltungen und Stockwerkeigentümer an», schreibt die ebl auf ihrer Website und verspricht ein «zugeschnittenes E-Mobility-Konzept ».
Für primeo-energie ist die Installation einer Ladestation bei Hauseigentümern kein Problem (siehe Infobox). Bei Einstellhallen und grossen Parkplätzen wird es komplizierter: «Ist eine Einzellösung oder eine erweiterbare Gesamtlösung sinnvoller? Soll die intelligente Ladelösung in ein Ladesystem integriert werden? Und wie funktioniert überhaupt eine verbrauchsbasierte Verrechnung?» Alle diese Fragen klärt primeo-energie in einer Beratung.
Und die Fragen zeigen, dass sich eine Beratung auf jeden Fall lohnt. Abzuklären ist nämlich auch, wie die Elektromobilität das Energiesystem im Gebäude beeinflusst und ob die Hausanschlüsse genügend bemessen sind.
Kommt zudem eine Photovoltaikanlage ins Spiel, wird die Sache noch komplexer. Darum ist es besser, sich schon jetzt mit dem Thema zu befassen, bevor die erste Mieterin oder der erste Mieter nach einem Parkplatz mit Steckdose fragt.

Reto Anklin

Auch für das Einfamilienhaus

Eine Ladestation im Einfamilienhaus lädt das eigene Elektroauto bequem und rasch. Das Auto kann über Nacht geladen werden, so dass am nächsten Morgen die volle Reichweite zur Verfügung steht. Eine Ladestation ist einer üblichen Haushaltsteckdose vorzuziehen. Das Ladetempo ist mit einer Ladestation um ein Vielfaches höher. Bei der Ladeinfrastruktur spielen die Ladeleistung und die Integration in die Gebäudetechnik des Hauses eine Rolle. So kann die benötigte Energie für das Elektroauto direkt auf dem eigenen Dach produziert und in der Garage bzw. auf dem Parkplatz verwendet werden. Aufeinander abgestimmt, ist ein solches System wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. ra

www.ebl.ch
www.primeo-energie.ch